Unter einem Röhren-TV, kurz CRT genannt (Cathodic Ray Tube,
Kathodenstrahlröhre) werden herkömmliche Fernsehgeräte mit Bildröhre
verstanden, die bis etwas über das Jahr 2000 hinaus sehr weit
verbreitet waren und auch heute noch, obwohl sie auf dem Markt vielfach
von Flachbildschirmen verdrängt werden, noch häufig eingesetzt werden.
Der Vorteil eines Röhren-TVs liegt darin, dass es sich um eine über
Jahrzehnte ausgereifte Technik handelt. Auch die meisten heutigen
Fernsehprogramme, selbst wenn sie digital übertragen werden, sind
technisch für Bildröhren optimiert. Während die auf Halbbildern
basierenden Fernsehsignale (sogenanntes Interlacing) bei
Flachbildschirmen mit recht großem Aufwand bearbeitet werden müssen,
damit sie dargestellt werden können, können sie mit einer Bildröhre
direkt so wie sie gesendet werden dargestellt werden.
Dadurch, dass Röhren-TVs schon lange auf dem Markt präsent sind und
heute auf diesem ein Auslaufmodell darstellen, sind sie oft sehr
preiswert zu haben, häufig günstiger als LCD-Bildschirme mit ungefähr
gleicher Bildfläche. Das betrifft auch Bildröhren im 16:9-Format,
welche im Laufe der 1990er-Jahre aufgekommen sind.
Ein Vorteil ist auch generell, dass der Schwarzwert, also die möglichst
dunkle Darstellung tiefschwarzer Bildanteile, systembedingt äußerst gut
ist, da es keine Hintergrundbeleuchtung gibt. Voraussetzung ist
allerdings, dass Kontrast und Helligkeit optimal eingestellt sind.
Die Nachteile der Bildröhren-Technik sind, dass diese recht schwer und
auch groß sind, ein durchschnittliches Fernsehgerät mit weniger als
etwa einem halben Meter Bautiefe ist kaum zu bekommen. Da es sich um
analoge Technik handelt, wird das Bild oft auch nicht völlig exakt und
eventuell leicht verzerrt angezeigt, weshalb auch ein gewisser
Overscan-Bereich vorgesehen ist, also ein abgeschnittener äußerster
Bildrand. Ebenso ist üblicherweise nur ein analoger Fernseh-Tuner
eingebaut, weshalb dann nach Abschaltung des analogen Fernsehens
zumindest eine DVB-T-Box notwendig ist, die allerdings ganz einfach,
wie etwa auch ein DVD-Player, im RGB-Modus über die meist vorhandene
SCART-Buchse angeschlossen werden kann.
Wer einen Röhren-TV besitzt und damit zufrieden ist, muss diesen also
nicht sofort durch einen Flachbildschirm ersetzen. Auch als
Zusatz-Bildschirm, besonders wenn die Bautiefe und Bildgröße nicht so
wichtig sind, sind diese heute immer noch eine interessante und
preiswerte Alternative. |